07 - (17-Mar-21)

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Tatjana Hoesch: Puh, was soll man sagen. Ziel des Tages war es den Sport Minister (mit dem wir um 11 verabredet waren) zum Ministry of land zu bringen und damit die offizielle Übergabe des Stück Land zu bekommen auf dem der Hockeyplatz gebaut wird. Einerseits sind wir mit sehr hohen Erwartungen in den Tag gestartet. Gleichzeitig kam es uns utopisch vor, zwei Minister in einem Meeting zu treffen (nachdem wir schon Tage mit über 5h auf einen von beiden warten mussten oder uns nach langem warten gesagt wurde - come back tomorrow)

Tatjana Hoesch: Gestartet ist der Tag gut. Wir sind pünktlich losgefahren und wurden tatsächlich nicht einmal von der Polizei angehalten auf dem Weg zum Sport Ministerium. Ganz ohne Bestechungen und Diskussionen mit Polizisten sind wir dann beim Ministerium überpünktlich angekommen. Das Sportministerium liegt direkt beim Fußball Nationalstadium.

Als wir dann zu unserem Termin wollten wurde uns natürlich gesagt, dass der Sportminister nicht da ist. Mittlerweile erinnern wir den Sportminister, Mr Nyelenkeh, schon über WhatsApp auf unsere gemeinsamen Termine - bisher hat das leider noch nicht sehr viel gebracht. Also ging die Warterunde Nr. 1 los. Wir sind im National Stadium rumgelaufen und haben uns von der Zuschauertribüne den Fußballplatz genauer angeschaut. Seit neustem dürfen auf dem platz keine internationalen Spiele ausgetragen werden, weil er so schlecht ist. Aber bald gibt es eine Ausnahme in dem Spiel Sierra Leone gegen Benin, bei dem Sierra Leone seit über 27 Jahren das erste Mal die Chance hat sich für den Africa Cup zu qualifizieren.

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Tatjana Hoesch: In der Zwischenzeit haben wir dann tatsächlich mit dem Minister gesprochen, aber leider war der Land Minister nicht verfügbar. Also ging das warten weiter. Nach kleinen To do Erledigungen und naps, um die Wartezeit tot zu schlagen ging unsere Entdeckungstour im Stadium weiter. Tatsächlich gibt es sogar ein 50m Schwimmbecken auch noch auf der Anlage. Danach sind wir weitergelaufen und in einer Schule gelandet. Ich hatte noch 5 Schluck Wasser in meiner kleinen Wasserflasche und dann kamen kleine Mädchen zu mir und haben uns gefragt, ob sie das Wasser haben dürfen. Natürlich haben wir den Kindern das Wasser gegeben. Als wir dann endlich um 16.30 mit dem Minister geredet hat kam ein ernüchterndes: Come back tomorrow morning aus seinem Mund. Etwas enttäuscht sind wir dann zum Training gefahren beim Hill Station Hockey Club. Die Kids und das gemeinsame Hockeyspielen hat unsere Stimmung wieder sehr gehoben. Im Training kaufen wir meistens den Kids Wasser.
Ich freue mich mittlerweile selber so sehr auf den Moment, wenn er Container mit dem gespendeten Equipment aus Europa ankommt, denn das ist ein wahnsinnig limitierender Faktor für die Kids. Moses, ein 9-jähriger Junge, beispielsweise hat heute an dem einen Fuß einen alten Badelatsche getragen und an dem anderen Fuß einen Sportschuh aber ohne Schürsenkel. Und trotzdem ist der Junge so gut.

Tatjana Hoesch: Häufig sagen die Hockeykids uns auch, dass sie Hunger haben. In den Momenten fällt es uns schwer die richtige Antwort zu finden.

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Tatjana Hoesch: This message was deleted.

Tatjana Hoesch: Danach ging es für uns zu Linus nach Hause, ein deutscher der bei der GIZ arbeitet. Möglicherweise ziehen wir in sein kleines Häuschen für den Fall, dass wir tatsächlich länger bleiben. Nach einem leckeren Abendessen, heute mal nicht afrikanisch sondern Pizza, sind wir ins Hotel gefahren.

Wir hoffen beide wirklich sehr, dass wir morgen endlich beide Minister zu Gesicht bekommen. Ein Richtiges Glücksspiel.