08 - (18-Mar-21)

Tatjana Hoesch: https://www.facebook.com/105459108137430/posts/145846007432073/?sfnsn=mo
Sport has been the king interest of youth! As they continue to thrive there ways into success.
sporting has been there pathways for a better living.

In this week edition we host the Sierra Leone Hockey Association.
The introduction of this sport in Sierra Leone has create an enable platform for youth to improve there life and cut down the unemployment rate among youth.
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Amb. MOHAMED Y BAH
at đŸ“»:KALLEONE RADIO 105.7
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©on the brink youth platform communication unit.

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Dominique: Bepackt mit Zeitschrift, Buch und aufs handy geladenen papers sind wir heute wie verabredet, beziehungsweise verfrĂŒht, um viertel vor 9 beim Sportministerium erschienen. GrĂ¶ĂŸtes Hindernis dabei war heute nicht der Verkehr oder Polizisten die uns angehalten haben, sondern die MĂŒdigkeit die uns fast etwas zu lange im Bett gehalten hĂ€tte. Anders als wir hat sich der Minister aber vermutlich doch dem schlummern hingegeben, da er es leider erst um halb 10 zum Ministerium geschafft hat. Nach weiteren 45 Minuten Lesezeit im Wartezimmer kam dann ein lauter Schrei aus dem BĂŒro “Leds gooo”. Wir sind dann recht flott mit dem Minister runtergegangen und in unser Auto gestiegen. Kurz kamen noch mal Zweifel auf, als das Auto des Ministers 10 Minuten vorm BĂŒro stand, bis er dann eingestiegen ist. Wir haben ihm dann zum Ministry of Lands gefolgt was zum glĂŒck nur fĂŒnf Minuten mit dem Auto sind. Ich habe keine LĂŒcke zwischen uns und dem Auto des Ministers gelassen. Angekommen ist der Sportminister aus seinem auto gefolgt von einem MilitĂ€r Security guard die Treppen hoch zum Raum des Ministry of Land gerannt. Sambo und Mike sind nur schnaufend hinterher gekommen. Dann hat das Meeting tatsĂ€chlich stattgefunden. Im Meeting hat man direkt gemerkt, dass der Land Minister das höhere Tier ist von beiden.
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Dominique: Die Aufregung war groß:

Dominique: GrundstĂŒckvergabe in Freetown ist ein heikles Thema. Besonders aktuell, da der ehemalige Land Minister GrundstĂŒcke vergeben hat und das Geld privat eingesteckt hat. Das war auch fĂŒr lokale VerhĂ€ltnisse besonders dreist, sodass er jetzt auf der Flucht ist - wie uns der deutsche Kanzler vorgestern erzĂ€hlt hat. Aktuell besteht auch erstmal ein Moratorium auf die Vergabe von LĂ€ndereien. Daher wollte der Land Minister uns nicht direkt das Offerierter rausrĂŒcken. Der Output des GesprĂ€ches war: Das Land soll vom Sportminister geleased werden und es soll ein Agreement zwischen dem Sportminister und der Hockey Association geben.
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Dominique: Tempo *

Dominique: Anfang nĂ€chster Woche bekommen wir eine Genehmigung mit der wir die Begradigung, Asphaltierung und den Bau des Zaunes starten dĂŒrfen. Der Land Minister hat tempo in dem Meeting gemacht, sodass wir da schnell wieder draußen waren. Ich war etwas skeptisch, ob das jetzt ein schlechteres Ergebnis ist. Im Whatsapp austausch mit Patrick (der Kanzler der Botschaft den wir vorgestern getroffen haben) hat dieser gesagt, dass es am Ende keinen großen Unterschied macht, da auch wenn uns das Land gehören wĂŒrde, das Ministerium es uns genauso willkĂŒrlich entziehen kann. Anstatt sollen wir einfach schauen, dass die Vereinbarung mit dem Sportministerium vernĂŒnftig ausformuliert ist. Fair enough.

Dominique: Auf dem Weg nach unten, hat der Sportminister noch bei ein paar Frauen die in dem GebĂ€ude arbeiten angehalten und sie ganz komisch im Gesicht berĂŒhrt und zB am Kinn gekitzelt. Er hat auf jeden Fall eine Frau und Kind. Ich finde es sah unglaublich unangebracht aus, aber habe mich kurz auch gefragt, ob es auch einfach eine andere Umgangsweise ist, die fĂŒr uns EuropĂ€er fremd erscheint. Ich finde eigentlich sehr klar ersteres.

Dominique: Zum einen waren wir wirklich sehr erleichtert, dass das Meeting tatsĂ€chlich stattgefunden hat. Wir sind nur skeptisch darĂŒber, dass der Sportminister ĂŒber das Land möglicherweise bestimmen kann. Besonders dann, wenn 2023 ein neuer gewĂ€hlt wird. Wir hoffen das wir ein gutes Agreement finden, was uns mehr Sicherheit geben wird.

Dominique: Nach dem Treffen ging es weiter darum alle Dokumente beisammen zu kriegen, um den Verband korrekt anzumelden. Das BĂŒro fĂŒr ‘corporate affairs’ hatte uns gestern gesagt, dass wir um “Sierra Leone” im Namen des Verbandes zu haben die Erlaubnis des Sportministeriums brauchen. Diese hatten wir geholt. Im BĂŒro war dann heute aber jemand, anders der meinte dass dies falsch seie und wir die Erlaubnis eigentlich von der national sports authority brauchen. Super. Wir sind dann direkt dahin, aber mussten zwei Stunden dort warten, weil der Direktor noch wo anders in einem Meeting waren. Wir haben aber zum GlĂŒck unsere zwei Freunde von dem Meeting vor zwei tagen, welche uns dann aber schnell geholfen haben den Director zu treffen als er ankam.
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Dominique: Seine Empfehlung war dann sehr direkt: “Just give them some money so they do it fast and we can finish the process today”. Sambo und er haben sich dann kurz ausgetauscht was eine angebrachte Summe wĂ€re (8€ sind scheinbar ein fairer preis) und dann haben wir Mike mit dem Dokument und Geld auf einem Motorradtaxi losgeschickt, damit er schnell durch den Verkehr kommt und wir zu einem weiteren Radiotermin konnten den Sambo organisiert hat.

Dominique: Bei dem Radio waren Conny und ich schon mal vor einem Jahr. Es ist ein sehr kleines Studio neben dem Hockeyplatz von Hill Station und unglaublich heiß. Tata und ich Habens uns komplett eingeschwitzt. Der Moderator hat sehr komische Fragen gestellt wie “Was fĂŒr Vorteile sich die Kids vom Hockeyspielen erhoffen können”, wo wir dann höflich umschrieben mit “dass sie Freude an einem sport haben, den sie cool finden wie bei jedem anderen sport” geantwortet haben.

Der Moderator hat auch Sambo gefragt, wie weit denn die Zusammenarbeit mit uns reicht und ob wir auch die Teilnahme an internationalen spielen ermöglichen wĂŒrden. Sambo hat dann einfach alles bejaht und versichert, dass wir sie auch dabei in jeglicher form unterstĂŒtzen wĂŒrden. Da musste ich dann einspringen und erklĂ€ren, dass wir allen Vereinen zu Equipment verhelfen werden, die Infrastruktur verbessern wollen zu einem gewissen Grad und vor allem die Ausbildung der Coaches vorantreiben wollen. Internationale Spiele kann man dann gerne zu hause auf dem Hockeyplatz austragen, aber dass die Teilnahme an internationalen Turnieren die Aufgabe des Staates ist. Wir unterstĂŒtzen gerne in diverser Form helfen, jede form von UnterstĂŒtzung muss aber eine strukturelle Investition sein. Die lokale Organisation soll schließlich nachhaltig sein und das bedeutet, dass sie ihre eigenen variablen kosten zahlen, bzw. Decken können.
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Dominique: Was mich persönlich aber am meisten genervt hat ist, dass alle Fragen die an Tata gingen in irgendeiner Form sich um das Thema MĂ€dchen und hockey gedreht haben. Ist ja grundsĂ€tzlich gut, darĂŒber zu sprechen, aber ich fand’s etwas lĂ€cherlich, dass sie nur solche Fragen bekommen hat und alle normale Fragen zu unseren AktivitĂ€ten an mich gingen. Eine frage war zum Beispiel, ob denn auch Frauen gefördert werden. Das hat den Eindruck vermittelt, dass es einfach angenommen hat, dass jeglicher sport ja eh in erster Linie nur fĂŒr MĂ€nner wĂ€re. Ich hab mich am Ende dann bei ihm fĂŒr die Einladung bedankt, aber gesagt, dass er sich das nĂ€chste Mal, wenn er eine Frau im Studio hat, sich auch mal Gedanken machen soll, ob sie nicht mehr zu sagen hat als einfach nur ĂŒber ihr Geschlecht im sport zu sprechen. Wir fanden das RadiogesprĂ€ch am wenigsten spannend von allen, aber die tatsache, dass wir den ganzen tag nichts gegessen hatten und es im Studio ĂŒber 30 grad hatte hat sicher auch nicht geholfen.
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Dominique: Danach haben wir Estelle, die country managerin von Brussels Airlines getroffen, welches Conny und einer unserer belgischen UnterstĂŒtzer ermöglich hatten. 17.30 war ihr zu spĂ€t weil sie da nicht mehr arbeitet, also mussten sehr eng nach dem Radio um 16.30 machen. Als Treffpunkt hat sie eine Bar vorgeschlagen, wo sie uns mit einem Bier in der Hand begrĂŒĂŸt hat. Harte Arbeitswoche. Am interessantesten waren ihre Tipps fĂŒr die Polizei: Wenn die Polizei die Hand hebt zum anhalten einfach zurĂŒck winken und weiterfahren. Wenn wir angehalten werden und es schwierig wird, soll Tata mich einfach anschreien bis ich den/die Polizist:in um Beileid bitten kann, weil ich’s schon hart genug mit meiner Frau hĂ€tte. Wir halten euch auf dem laufenden obs klappt. Estelle macht seit sechs Jahren good life in Sierra Leone, wo sie im ersten Monat ihren aktuellen Ehemann kennengelernt hat (welcher 19 Jahre Ă€lter ist als sie und damals eigentlich schon verheiratet war). Nach Europa will sie erst mal nicht. Fun fact: wĂ€hrend Brussels Air wegen Corona in Europa nur noch 4% aller FlĂŒge betreibt sind es Afrika 50%. Die Strecke BrĂŒssel-Freetown-Monrovia ist sonst eine der schlechtesten fĂŒr die Firma in ganz Afrika, aktuell ist sie die beste um operiert zu 90-100% im vergleich zu pre-corona.

Dominique: Am Abend haben wir eine Gruppe von der deutschen NGO Forikolo getroffen, welche seit drei tagen in Freetown auf ihren container warten. Forikolo arbeitet im Norden Sierra Leones, wo sie schulen und sanitĂ€re anlagen bauen. Wir haben mit ihnen gesprochen, da wir uns freuen wĂŒrden den Kindern dort Hockey als Sport anzubieten. Der grĂ¶ĂŸter vorteil fĂŒr uns wĂ€re, dass wir mit einer deutschen Organisation arbeiten, mit der Planung sooo viel einfacher sein könnte und sich ein gemeinsames Projekt mit einem Bruchteil des aufwandes organisieren ließe. Abu, eine Person aus der Gruppe, kommt aus dem Norden und hat das Projekt gemeinsam gestartet. Stefan und Abu haben sich beim Studium in Leipzig kennengelernt und arbeiten seit 20 Jahren an dem Projekt.

Dominique: Abu ist jetzt sogar ins Parlament des Landes gewĂ€hlt worden. Ich habe mit ihm dazu gesprochen und er meinte, dass er etwas andere Erwartungen daran hĂ€tte. Oft werden scheinbar Gesetze erlassen, die ihm widerspruch zu Verfassung stehen, was aber dann einfach ignoriert wird. Das Parlament ist nicht unwichtig, aber er sagt, dass am Ende die Exekutive die tatsĂ€chliche macht hat und das System deshalb nicht wirklich ausgeglichen ist. Er glaubt auch nicht dran, dass der aktuelle PrĂ€sident, Julius Mama Bio, wiedergewĂ€hlt wird. Dieser wĂ€re damals mit dem Versprechen ins amt gekommen, dass er Korruption bekĂ€mpfen wĂŒrde, aber sei jetzt korrupter als alle VorgĂ€nger. Man muss hierbei berĂŒcksichtigen, dass Abu in der All Peoples Congress (APC) Partei ist. Es gibt zwei große Parteien in SL: APC und die Sierra Leones People Party. Die APC ist aktuell in der Opposition. Mehr zu der Politik und den beiden Parteien können wir noch mal in einem spĂ€teren Beitrag erwĂ€hnen.
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Dominique: Abu, Klaas und co haben uns am Ende noch eingeladen nach Forikolo (die Organisation ist nach dem Ort benannt) zu kommen, was wir sehr wahrscheinlich auch machen werden. Patrick, unser neuer Freund aus der Botschaft, hat uns morgen auch noch zum “Paddeln” (Kanu fahren) eingeladen, da sie Freitags etwas frĂŒher Feierabend machen. Kleines Ratespiel: was denkt ihr heißt frĂŒher Feierabend in der Deutschen Botschaft hier?