27 - (15-Apr-21)

Dominique: Heute galt es mit Salis, Sambo und Mike durch die Zahlen zu erklären, damit wir uns einig sind, dass es keinen Sinn macht den Platz auf dem Grundstück zu bauen. Ich habe gestern eine Excel Tabelle aufgesetzt in der ich die Kosten von Alusine, unserem Bauingenieur, zusammengetragen habe und verschiedene Szenarien durchgegangen bin. Das naheliegendste wäre es das als Beweis zu nehmen, wieso es nicht geht und zu zeigen, dass sie daneben liegen. Das ist natürlich der Fall, aber die ganze Situation ist auch kein “wir gegen sie”. Wenn wir ihnen das einfach so zeigen, würde die Diskussion schnell dazu kommen. Stattdessen haben wir versucht mit ihnen durch die Berechnung durchzugehen, gemeinsam einige Zahlen aufzustellen, damit sie selbst merken, dass es nicht so gut klappt. Das lief an sich ganz gut, aber es gab zwei Probleme. Das erste ist, dass manchmal von einzelnen Personen Annahmen getroffen wurden, die unrealistisch aus der Luft gezogen wurden. Der Ingenieur hat 7-14 Tage mit einem Bagger für die Begradigung eingeschätzt. In unserer Berechnung wurde dann vorgeschlagen, dass man es vielleicht in fünf schaffen würde. Es wurde auch vorgeschlagenen, dass man anstatt eine Straße zu bauen (sehr teuer), das ganze Dorf dafür bezahlt Zementsäcke, Sand und Granulat den Hügel hochzutragen. Bei circa 2500 Säcken Zement, 2500 Säcken Sand und 3200 Säcken Granulat - auf einem flachen Land wären es deutlich weniger - eine Wahnsinns Koordinationsaufgabe die unplanbar ist. Das zweite Problem war, dass es ein unterschiedliches Gefühl gibt woher das Geld kommt. Kann man ihnen auch nicht verübeln. Wir haben da versucht zu erklären, dass es vor allem auch um eine Effiziente Verwendung der Ressourcen geht. Wir wollen schauen, dass wir einen guten Hockeyplatz mit einem minimum an Geld bauen, auch wenn wir mehr hätten würden wir es lieber für andere Zwecke verwenden.

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Dominique: Wir haben mit ihnen auch andere Ideen für den Bau angesprochen. Während für uns der Fokus jetzt dahin schon verschoben ist, sind sie noch - fairerweise - noch fokussiert auf das Land. Wir haben entschieden, das Gesprächsthema erstmal ruhen zu lassen um etwas Zeit dafür vergehen zu lassen. Wir werden mit Sambo - welcher gut versteht, dass die Kosten bei dem Land in Allentown zu hoch wären - schon andere Optionen prüfen. Interssant war jedoch, dass als wir das Thema einer Kooperation mit anderen communities vorschlugen, Salis erwähnte, dass ein Konflikt mit gegegeben Besitzern zu Problemen führen könnte. Wir stimmten zu, das sehen wir auch als größtes potenzielles Risiko, wenn man die falschen Partner hat oder fehlende Incentivierungsmechanismen. Salis meinte aber was anderes: “If it comes to conflict, they might even use a voodoo gun on you” - “Wait… they might shoot us?”. Was Salis meinte ist, dass sie Voodoo zauber benutzen könnten um uns umzubringen. Kostet angeblich auch nur 5$. Ich musste kurz innere Ruhe bewahren. Sie meinten es ernst. Salis sagt, dass er deshalb erst letztens einen stark angeschwollenen Fuß bekommen h#tte. Wir wollten nicht versuchen mit Logik dagegen zu argumentieren. Ich wollte fast fragen, ob sie wirklich dran glauben, aber das ist auch mehr ein Eigentor, wenn man ihnen das Gefühl sie gar nicht ernst zu nehmen. Wir haben einfach mit der übergeordneten Diskussion weitergemacht.

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Dominique: Das Gespräch wurde noch mal hitziger. Mike, zum Beispiel, ist auch einfach innerlich sehr enttäuscht, dass es nicht klappen wird auf dem Land: “I promised to many of dee bois and gerls … that we will have a real hockey pitch to play on soon. I do nat even know what to say to dem…”. Da war ich kurz traurig. Wir können für dieses Jahr auch nichts garantieren. Wir haben zugleich selbst nie Versprechen gemacht undimmer die Unsicherheit für dieses Jahr erwähnt. Trotzdem sind und werden einige Leute sehr traurig sein, wenn es nicht klappen sollte. Es ist schade, aber wir werden uns nicht unter Zeitdruck setzen, sondern schauen was die langfristig beste Lösung ist - auch wenn es heißt dass es kein schneller Erfolg wird. Wenn es jetzt nur Optionen mit stark behafteten Risiken geht, dann werden wir warten auch wenns nicht der schönste Weg ist.

Dominique: Nach dem Meeting sind wir den Status vom duty waiver checken gegangen. Zuerst beim finance ministry. Dort wurde der Antrag schon bearbeitet und sei bei der National Revenue Authority, da sind wir dann auch hin und nach 1.5-2 Stunden warten wurde der Antrag angeblich tatsächlich angenommen. Angeblich haben wir jetzt den Duty Waiver und können den container rausholen. Das glauben wir dieses mal erst, wenn wir es sehen und das mit morgen beim Zoll Agenten sein.

Mit warten hier und da hat das auch schon gut den Tag gefüllt.