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Tatjana Hoesch: Montag, der 19. April - "Die Container Woche"

Tatjana Hoesch: Am Montag war es endlich soweit. Der Termin bei unseren Custom Agents mit Estelle stand an. Angesetzt war das Meeting auch um 10 Uhr. Wir waren pünktlich do, Estelle ebenso überpünktlich in ihrem Auto auf einem Parkplatz in der Nähe. Bei den Custom Agents war keiner in Sicht, weder Mike, Sambo, Mariama oder Mennah und ihr Manager. Etwas wütend, da wir es klipp und klar gemacht hatten, dass es wichtig sei pünktlich zu sein zu diesem Termin, haben wir Sambo angerufen. Er meinte: „oh, you are already there? Wow“. Na das war eine tolle Antwort. Anschließend meinte er, er würde jetzt losfahren und Mike abholen. In der Zwischenzeit ist der Manager eingetroffen. Es war uns sowieso schon sehr unangenehm Estelle, die aus dem Westen der Stadt bis in den Osten für uns gefahren ist, warten zu lassen. Also sind wir zum Parkplatz gegangen. Dort ist sie aus ihrem Auto gestiegen elegant mit high heels, Sonnenbrille und ihrem Bodyguard an ihrer Seite. Ihr Mann hat ihn für sie arrangiert, nach dem sie eine Woche zuvor Drohungen erhalten hatte. Ein sehr durchtrainierter Mann, der ihr nicht von der Seite wich. Estelle meinte wir sollen bereits ins Büro gehen, auch wenn unsere guys (Sambo, Mike und Mariama) noch nicht da sind. In dem Büro eingetroffen haben wir noch etwas auf die anderen gewartet und Estelle hat auf eine sehr charmante Art und Weise Smalltalk mit dem ekligen Manager (vlt. erinnert ihr euch, Domes „bester“ Freund) geführt.

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Tatjana Hoesch: Um 11:15 waren schließlich auch unsere guys endlich da und Estelle hat losgelegt und alle Kosten bis auf die letzten runtergebrochen und auch genau ausgerechnet wie viel sie von dem Geld was wir ihnen bereits gezahlt hatten im Voraus, nachdem sie uns sehr dazu gedrängt hatten, auch unsere eigenen guys (ein Fehler aus dem wir lernen), übrig haben müssten. Dieses war genug um noch die anstehenden Rechnungen im Hafen zu bezahlen. Mennah hat Estelle ständig unterbrochen und gesagt, dass das nicht stimmen würde. Unter anderem auch, dass sie nie eine Fake Rechnung erstellt hätte. Glücklicherweise haben wir davon aber ein Foto gemacht und schon hat sie nichts mehr gesagt. Estelle kennt sich wirklich gut aus und damit war sie in einer sehr guten Verhandlungsposition. Der Duty waiver war nun endlich bereit, den ich während des Meetings in dem NRA office gegenüber gemeinsam mit Mennah abholen konnte.

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Tatjana Hoesch: Das ganze Meeting ging 5 1/2 Stunden. Die Stimmung war merkwürdig. Zum einen war es noch während der Ramadan Zeit und die Hälfte der Personen im Raum waren recht schwach nach einiger Zeit und zum anderen wusste man nicht wer hier wie lügt. Unsere eigenen guys? Nur die Custom Agents? Es war komisch. Der Outcome war, dass Estelle Ihnen sehr klar gemacht hat, dass wenn sie ab jetzt ihren Job nicht gut machen, sie die Custom Agents bei dem Hafen meldet wird und sie dann gesperrt werden können. Demnach wurde uns versprochen, dass sie „first thing in the morning“ die zwei Rechnungen zahlen können und wir dann den Container bekommen könnten. Dieses „first thing in the morning“ hatten wir leider schon öfters gehört. Aber mit Estelle im Raum, dachten wir, dass sie es dieses Mal wirklich ernst meinen könnten und glaubten auch wirklich dran.

Tatjana Hoesch: Dinge wie „first thing in the morning“, „sure“, oder „no problem“ als Antworten, kann man hier leider Nicht ernst nehmen. Das bedeutet so viel wie ok. Also wenn man beispielsweise fragt, ob man ein Training von der früh in den Abend verschieben kann und als Antwort „no problem“ kommt, bedeutet das noch lange nicht, dass es passieren wird. Genauso wie wenn man sagt tomorrow we meet at 10am und als Antwort „sure, lets meet around 10am“ kommt, muss man auch nochmal ganz genau nachhaken, damit man die auch um 10am erwarten kann.

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